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Examensarbeit von Stephanie Schatte:
"Möglichkeiten des Einsatzes von Lük-Kästen – erprobt am Beispiel des Faches Englisch –
im Zuge eines steigenden Individualisierungsanspruches von Lernen"
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LÜK - Lernen mit Spaß wieder entdeckt
Vor vielen Jahren, es dürfte so etwa 1975 gewesen sein, war ich begeisterter LÜK-Lerner. LÜK steht für "Lernen, üben, kontrollieren" und ist eigentlich ein Lernsystem für 3- bis 15-Jährige. Aber ich habe es auch mit Erfolg im Deutschunterricht an meiner japanischen Universität sowie in einem Abendkurs mit Erwachsenen eingesetzt.
Kernstück des LÜK-Systems ist das so genannte Kontrollgerät: ein flaches, aufklappbares Kunststoffteil in B5-Format, dessen eine Innenseite in 24 nummerierte Felder aufgeteilt ist. Auf diese Felder soll man 24 ebenfalls nummerierte Kunststoffplättchen legen. Dazu löst man die Multiple-Choice-Fragen einer Übung im Übungsheft. Man nimmt zum Beispiel Plättchen 1, löst Frage 1 und findet hinter der Antwortmöglichkeit, die man für richtig hält, die Zahl 17. Also legt man Plättchen 1 auf Feld 17. So beantwortet man alle 24 Fragen. Liegen alle Plättchen im Kontrollgerät, schließt man es, dreht es um und öffnet es wieder. Die Rückseiten der Plättchen ergeben eines der über hundert möglichen Muster. Ist das Muster nicht stimmig, hat man die entspechende(n) Frage(n) nicht richtig beantwortet und kann sich diese noch einmal vornehmen. Während eines Durchgangs kann es passsieren, dass bereits ein Plättchen auf dem gewünschten Feld liegt. Auch dann muss oder sollte man sich mit den betreffenden zwei Fragen noch einmal beschäftigen.
Speziell zu Deutsch als Fremdsprache gibt es vier Übungshefte: die Hefte 1 und 2 enthalten Aufgaben zum Wortschatz, die Hefte 3 und 4 zur Grammatik. Nicht alle Übungen halte ich für den Unterricht an einer japanischen Universität geeignet. Manchmal sind die Grammatikfragen zu einfach, oder es sind zu viele Wörter unbekannt. Ich habe inzwischen einige Übungen selbst entwickelt, was nicht so schwer ist. Die Struktur, also welche Antwort richtig sein muss, kann man übernehmen und die ursprünglichen Fragen und Antworten einfach durch eigene Sätze bzw. Wörter ersetzen. Meine Studenten sind fast ausnahmslos von LÜK begeistert. Die Übungshefte sind optisch anspruchsvoll gestaltet, und die Spannung beim Umdrehen des Lösungsgeräts ist immer groß. Es bietet sich an, jeweils zwei Teilnehmer gemeinsam an einem Gerät arbeiten zu lassen, das scheint den Studierenden mehr Spaß zu machen und ist billiger. Für jeden Studenten (oder jedes Paar) muss ein Kontrollgerät (für 16,50 Euro) vorhanden sein. Die Übungshefte kosten jeweils 5,70 Euro. An meiner (staatlichen) Uni konnte ich übrigens alles problemlos über die Bibliothek bestellen, da auch die Kontrollgeräte eine ISBN haben.
Wer mehr wissen möchte, kann mir gerne eine Mail schicken oliver@olivermayer.de. Der komplette LÜK-Katalog kann unter http://www.luek.de heruntergeladen werden. (Es ist zu beachten, dass es neben LÜK auch noch die Serie miniLÜK gibt, die aber nur jeweils 12 Aufgaben hat.)
Oliver Mayer